Hauswanzen – der Feind im eigenen Bett

Gerade im Sommer stellt die Hauswanze, die im Volksmund besser als Bettwanze bekannt ist, eine regelrechte Plage dar. Die winzigen Parasiten ernähren sich vom Blut gleichwarmer Lebewesen, bevorzugen als Wirt auch den Menschen. Die Bettwanze ist ein Kosmopolit. Sie ist fast überall auf der Welt zu Hause – sogar in den Alpen in über 2000 Meter Höhe. Selbst in den Tropen und Subtropen gibt es eine dort lebende Unterart. Das ist auch der Grund, warum viele Wohnungen und Hotelzimmer zur Sommerzeit von den kleinen Krabblern befallen sind. Schnell ist es passiert, und Urlauber bringen die ungewollten Andenken im Gepäck mit nach Hause.

Hauswanzen

Die wenigsten wissen aber, dass ein Urlaub in heimischen Gefilden keinen Schutz vor den Parasiten bietet. Die eine Plage kommt mit einer anderen Plage einher: Tauben. „Die Ratten der Lüfte“ übertragen nicht nur Bakterien und Krankheitserreger, sondern beherbergen und ernähren in ihren Nestern auch Hauswanzen. Ist die Brut ausgeflogen, wandern die Plagegeister auch in angrenzende Wohnungen, um neue Nahrungsquellen zu erschließen. Einmal in den Schlafzimmern der neuen Wirte angekommen, hausen die Tiere in Ritzen und Spalten von Betten.

Zwar galt die Bettwanze in vielen Ländern als nahezu ausgerottet, dies verdanken die Menschen unter anderem den besseren Hygienezuständen. Doch durch den stark ansteigenden Fernreiseverkehr ist die Bettwanze wieder weit verbreitet zu finden. Als weiterer Grund für das weltweite neue Vorkommen von Bettwanzen lässt sich vermuten, dass die Insekten mittlerweile vielfach Resistenzen gegen die gängigen Insektizide entwickelt haben und niemals vollständig zu bekämpfen sind.

Starke Hautreaktionen und Entzündungen sind die Folge

Eine Bettwanze saugt in der Nacht – innerhalb von nur zehn Minuten – so viel Blut, dass sie ihr Körpergewicht fast versiebenfacht. Zwar ist eine Übertragung von Krankheiten durch Wanzenbisse bis heute nicht bekannt, dennoch können sie starke Allergien oder Entzündungen auslösen. Meistens bilden sich, durch den injizierten Speichel, rote, juckende Pusteln, die mehrere Tage anhalten können. In wenigen Fällen führen Bisse zu großflächigen Hautentzündungen.

Nur der Fachmann schafft wirksame Abhilfe

Sollte eines Ihrer Räume von Bettwanzen befallen sein, so ist ein Anruf bei einem Fachmann in jedem Falle ratsam. Ein einfaches Insektenspray ist keine adäquate Lösung. Sollten Sie in einem verwanzten Zimmer übernachtet haben, so müssen Sie Ihre komplette Wäsche bei mindestens 60 Grad für 30 Minuten in der Waschmaschine reinigen. Ein weiteres bewährtes Hausmittel: Packen Sie die Wäsche in einen Müllbeutel und frieren diese für zehn Stunden bei mindestens minus 17 Grad ein. Allerdings bietet dies nur einem minimalen Schutz vor einer weiteren Verbreitung.

Was sollten Sie im Falle eines Verdachtes von Wanzenbefall tun:

  • GANZ WICHTIG: Reagieren Sie sofort! Je länger Sie warten, um so größer wird das Problem.
  • Sammeln Sie ein paar der Tierchen in einer geschlossenen Dose und geben diese an einen fachkundigen Schädlingsbekämpfer, um die Art feststellen zu lassen – meist ist hierbei mit einer Bearbeitungsgebühr zu rechnen.
  • Vermeiden Sie in dieser Zeit größere Umräum-Aktionen in andere Wohnungen, Häuser oder Keller/Dachabteil. Dadurch kann der Befall in andere Bereiche verschleppt werden.
  • Wenden Sie auf keinen Fall im Handel erhältliche Bekämpfungsprodukte an, ohne vorher die Beratung eines fachkundigen Schädlingsbekämpfers eingeholt zu haben.
  • Der Aufwand einer fachgerechten Bettwanzenbekämpfung ist in der Regel nur in mehreren Schritten durchzuführen. Einmalmaßnahmen können das Problem niemals lösen! Die Kosten einer professionellen Bettwanzen-Beseitigung ist nicht günstig – sie können sich im Bereich um 1.000 Euro befinden!

Auch die oftmals als absolut giftfrei bezeichnete Methode Wärmebehandlung ermöglicht in der Praxis niemals einen 100 prozentigen Bekämpfungserfolg. Die traditionelle Schädlingsbekämpfung ist in jedem Fall ebenfalls erforderlich. Hierbei ist allerdings zu einer möglichst ökologische Bekämpfungsmethode zu raten!

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