Herbstzeit – Marienkäferzeit: Wenn der Nützling zum ständigen Besucher wird

Raumfee, Motschekiebchen, Himmelmietzchen: Für den Marienkäfer gibt es viele Bezeichnungen. Anders als bei den meisten anderen Insekten haben diese Namen einen liebevollen Klang, der in regem Kontrast zur weit verbreiteten Abneigung gegen Käfer steht. Für viele Menschen ist der Marienkäfer eines der wenigen Insekten, die nicht umgehend verscheucht oder eliminiert werden müssen. Doch woran liegt das?

Der Marienkäfer – Nützling und Glücksbringer

Zum Beliebtheitsstatus des Marienkäfers trägt nicht nur sein typisches Aussehen bei. Gerade der heimische Siebenpunkt ist – sein Name legt es nahe – untrennbar mit der Glückszahl 7 verbunden. Die Bezeichnung „Marienkäfer“ geht auf die heilige Maria zurück, als deren Lieblingstier das kleine Insekt gilt. Es steht für eine reiche Ernte, da es sich von vielen Schädlingen ernährt. Auch heute noch ist der Marienkäfer ein wertvoller Nützling, der Bauern und Gärtnern sehr willkommen ist.

Marienkäfer auf einem Grashalm

Warum sind Häuser und Wohnungen gerade in der Herbstzeit ein beliebter Tummelplatz für Marienkäfer?

Wie viele andere Insekten halten auch Marienkäfer Winterruhe. Dafür ziehen sie sich normalerweise unter Steine, Rinde, Laub, Mulch oder Moos zurück. In einem milden Herbst wie diesem kommt es jedoch vor, dass sie diese natürlichen Winterquartiere noch einmal verlassen – möglicherweise, um auf Nahrungssuche zu gehen und ihren Körper mit zusätzlichen Nährstoffen anzureichern. Dass die Marienkäfer nun in Ihrer Wohnung landen, ist keine böse Absicht: Die kleinen Nützlinge möchten nur nicht erfrieren und nehmen die Wärmequelle dankbar als Rückzugsort an.

Welche Marienkäferart ist am häufigsten in Gebäuden anzutreffen?

Gerade der aus Asien stammende Harlekin-Marienkäfer sucht häufiger in Häusern und Wohnungen Unterschlupf. Denn dieser bevorzugt vor allem warme Felsen und Steine als Winterquartier. Hier kühlen diese Oberflächen jedoch rasch ab – also muss schnell ein passender Ersatz her. Eine Häuserwand, die – wie etwa bei einem Altbau – noch Restwärme vom Heizen enthält, scheint zunächst der ideale Ersatz zu sein. Wenn auch das nicht mehr ausreicht, wird nach einem neuen Rückzugsort gesucht – und dieser befindet sich meist in der unmittelbaren Nähe. So findet der Harlekin-Marienkäfer durch geöffnete oder gekippte Fenster den Weg in Ihre Wohnung.

Sind Marienkäfer gefährlich?

Bei vielen Tierarten gilt: Je intensiver die Körperfärbung, umso mehr Vorsicht ist geboten. Das ist auch beim Marienkäfer so, wenngleich dieser für den Menschen keinerlei Bedrohung darstellt. Lediglich für manche Tierarten kann das gelbe Giftsekret, das der Marienkäfer in Gefahrensituationen absondert, gefährlich werden. Dieses verströmt einen unangenehmen Geruch und besitzt einen üblen Geschmack, was für viele Vögel ein eindeutiges Signal darstellt. Beim Umgang mit Marienkäfern sollten Sie nur darauf achten, das Tier nicht zu provozieren oder Stresssituationen auszusetzen; ansonsten kann es sein, dass es Sie zwickt. Aber auch das schadet Ihrer Gesundheit selbstverständlich nicht.

Ich finde ständig Marienkäfer in meiner Wohnung – was kann ich tun?

Der Organismus von Marienkäfern ist nicht auf ständige Wärme ausgelegt. Aus diesem Grund suchen sie sich häufig einen geeigneteren Unterschlupf – beispielsweise in Dachsparten oder einer ähnlichen Umgebung. Doch auch in Ihrer Wohnung kann es vorkommen, dass ein Marienkäfer in Winterruhe verfällt. Das ist insofern gefährlich, da die Tiere häufig für tot gehalten und entsorgt werden. Daher sollten Sie auf Nummer Sicher gehen und einen weichen Handfeger zur Hand nehmen, um die Tierchen nach draußen zu befördern. Vermeiden Sie es, die kleinen Insekten mit der Hand zu greifen: Das setzt sie enormem Stress aus und kann zu Verletzungen an dem zarten Körper führen. Bei einzelnen Exemplaren hilft es schon, dem Marienkäfer eine kleine Unterlage in den Weg zu legen. Sobald dieser darauf gekrabbelt ist, lässt er sich problemlos nach draußen tragen.

Marienkäferplage – Das ist jetzt zu beachten

Auch bei größeren Ansammlungen von Marienkäfern sollten Sie nicht in Panik verfallen. Die kleinen Insekten schaden weder Ihrem Zuhause, noch Ihrer Gesundheit. Vermeiden Sie also unbedingt den Einsatz von Pestiziden. Es gibt einen weitaus humaneren Weg, der Marienkäfer Herr zu werden: den Staubsaugertrick! Ziehen Sie hierfür einfach den Bund einer Socke über das Staubsaugerrohr und stülpen Sie den Rest des Stoffes in die Rohröffnung. Die Socke dient als „Auffangnetz“, mit dessen Hilfe die Marienkäfer bequem entfernt werden können, ohne ihnen Schaden zuzufügen. Sollte auch das nicht helfen, haben Sie immer noch die Möglichkeit, den Schädlingsbekämpfer Ihres Vertrauens zu kontaktieren.

Wie kann ich zum Schutz von Marienkäfern beitragen?

Marienkäfer gehören zu den natürlichen Schädlingsbekämpfern. Als solche ernähren sie sich von Blattläusen und Spinnmilben und sollten daher unbedingt geschützt werden. Hierzu leisten Sie bereits einen wertvollen Beitrag, wenn Sie den Nützlingen ein artgerechtes Winterquartier zur Verfügung stellen. Geeignet ist zum Beispiel ein gut ausgestattetes Insektenhotel – wenn es die räumlichen Gegebenheiten zulassen. Doch auch ein Baumstumpf, etwas Moos, Rindenmulch oder andere natürliche Bestandteile reichen aus, sofern sie an wettergeschützten Orten platziert werden. Auf diese Weise helfen Sie dem Marienkäfer dabei, sicher über den Winter zu kommen.

 

Bildquelle: Fotolia – Людмила Прокопенко

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