Die Zecke: eine heimtückische Bedrohung für Mensch und Haustier

Allmählich werden die Tage wieder länger und bald klettern auch die Temperaturen wieder nach oben. So richtig kalt ist aber auch der Winter 2019/2020 bislang nicht gewesen. Deshalb müssen wir uns wohl oder übel auf ein weiteres schädlingsreiches Jahr einstellen. Auch die Zecke wird aller Wahrscheinlichkeit nach von April bis Oktober 2020 Hochsaison haben. In diesem Blog-Artikel klären wir Sie über die Gefahren auf, die ein Zeckenstich verursachen kann und liefern Ihnen nützliche Tipps, wie Sie sich vor den blutsaugenden Spinnentieren schützen können.

Welche Zeckenarten sind in Deutschland verbreitet?

Derzeit sind weltweit über 900 Zeckenarten bekannt; etwa 15 davon sind in Deutschland heimisch. Generell wird bei Zeckenarten zwischen den beiden großen Gruppen der Schild- und Lederzecken unterschieden:

Schildzecken

Schildzecken bilden die in Deutschland verbreitetste Zeckenfamilie. Ihr charakteristisches Merkmal ist ein großer, harter Schild, der den Rücken bei den Weibchen teilweise, bei den Männchen vollständig bedeckt. Zu den häufigsten Vertretern der Schildzecken gehören der Gemeine Holzbock, die Auwaldzecke und die Braune Hundezecke.

Lederzecken

Anders als Schildzecken verfügen Lederzecken nicht über den bezeichnenden Rückenschild; ihr Körper ist weich und lederartig. Das größte Verbreitungsgebiet der Lederzecken ist der tropische und subtropische Raum. Aktuell gilt die Taubenzecke als einzige Vertreterin der Lederzecken, die auch in Deutschland anzutreffen ist.

Krankheitsüberträger Nummer Eins: der Gemeine Holzbock

Der Gemeine Holzbock ist für einen Großteil der Zeckenbisse bei Menschen verantwortlich. Er kann sowohl bakterielle Krankheitserreger (Borreliose) übertragen als auch virale Infektionen (Frühsommer-Meningoenzephalitis – FSME) verursachen. Während mit Antibiotika gut behandelbar ist, helfen bei FSME, wenn die Krankheit erst einmal ausgebrochen ist, leider keine Medikamente. Allerdings kann das Risiko einer Erkrankung durch die sogenannte „Zeckenimpfung“ erheblich reduziert werden. Daher empfehlen wir insbesondere Naturfreunden aus dem mittel- und süddeutschen Raum, die Vorsorge-Impfung unbedingt wahrzunehmen.

Bedrohung für den besten Freund des Menschen: die Auwaldzecke

Die Auwaldzecke ist in ganz Deutschland verbreitet und gilt als Hauptüberträgerin von Babesien, den Erregern der sogenannten „Hundemalaria“. Unbehandelt nimmt die Krankheit einen kurzen, meist tödlichen Verlauf. Anders als die Vierbeiner wird der Mensch nur selten gestochen; auch bricht die „Hundemalaria“ beim Menschen nicht aus. Daher ist die Auwaldzecke vor allem für Haustiere gefährlich. Unsere Empfehlung: Suchen Sie Ihren Hund nach dem Spazierengehen gründlich nach Zecken mit auffälliger Zeichnung ab.

Feindin von Nutz- und Ziervögeln: die Taubenzecke

Die Taubenzecke kommt selten mit dem Menschen in Kontakt und überträgt laut aktuellem Kenntnisstand auch keine gefährlichen Krankheiten. Ihr Stich kann jedoch heftige allergische Reaktionen hervorrufen. In der Mehrheit der Fälle tritt die Taubenzecke bei Haltern von Nutz- und Ziervögeln in Erscheinung – oder aber, wenn sich Tauben unerwünscht im Gebäude eingenistet haben. Erst, wenn die Haltung aufgegeben oder die Vögel vergrämt werden, dringt die Taubenzecke bei ihrer Suche nach Nahrung in die Wohnräume des Menschen vor. Da sie jedoch nur Vogelblut verträgt, klärt sich der Befall nach einiger Zeit von selbst.

Der richtige Zeckenschutz: was wirklich gegen Zecken hilft

Vorsorge-Impfungen, geeignete Kleidung, zecken-abweisende Sprays: Es gibt eine Reihe von Methoden, um die aggressiven Blutsauger auf Distanz zu halten:

  1. Halten Sie sich nach Möglichkeit nicht in hohem Gras oder im Unterholz auf. Bei Gebieten abseits der befestigten Waldpfade, aber auch an See- und Flussufern ist die Gefahr von Zeckenbissen besonders groß.
  2. Tragen Sie helle, geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln sowie lange Hosen und ziehen Sie Ihre Socken über die Hosenbeine. Auch Gummistiefel sind eine gute Alternative. Da Zecken meist dunkel gefärbt sind, sind sie auf dem hellen Stoff gut auszumachen und können entfernt werden, bevor es zum Zeckenbiss kommt.
  3. Greifen Sie zu insektenabweisenden Mitteln, sogenannten Repellentien. Diese helfen nicht nur bei der Abwehr von Stechmücken, sondern halten auch Zecken auf Abstand.

Fazit Zeckensaison 2020: Vorsicht ist besser als Nachsicht

Ein Zeckenbiss ist nicht nur lästig, sondern kann sowohl für Mensch als auch für seine Haustiere gravierende (Spät-)Folgen haben. Wir raten Ihnen, den Körper nach Spaziergängen in der Natur gründlich abzusuchen. Besonders dünne und warme Hautstellen sollten genau überprüft werden, denn hier stechen die Blutsauger besonders gern zu. Untersuchen Sie daher die folgenden Körperstellen besonders gründlich:

  • Kopf, insbesondere Haaransatz sowie an und hinter den Ohren
  • Nackenbereich
  • Brustbereich
  • Achselhöhlen
  • Armbeugen
  • Bauchbereich
  • Schritt
  • Kniekehlen

Auch Hunde und Freigänger-Katzen sollten täglich auf Zeckenbefall untersucht werden. Gerade bei Tieren mit dichtem Fell ist die Gefahr, einen oder mehrere der gefährlichen Parasiten eingeschleppt zu haben, besonders groß.

 

Bildquelle: Adobe Stock – Stockwerk-Fotodesign

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