Schädlingsbekämpfer – ein Beruf mit Zukunft

Eine Frage erreicht uns in letzter Zeit immer häufiger. „Wie wird man eigentlich Schädlingsbekämpfer?“, wollen viele Menschen wissen. Ob die Frage einfach nur aus Neugier gestellt wird oder aus der tatsächlichen Überlegung heraus, diesen Beruf zu ergreifen, wissen wir in manchen Fällen nicht. Dennoch freut uns das Interesse und wir geben gerne einen Überblick.

Die wichtigste Eigenschaft eines Schädlingsbekämpfers sind zunächst einmal gute Nerven. Denn allzu oft gibt es Situationen, wo völlig aufgelöste Hausbesitzer auf uns zustürmen und eine sofortige Problemlösung verlangen. In solchen Situationen muss man beruhigen können und Vertrauen schaffen. Auch ekeln sollte man sich vor den unzähligen Maden, Ratten und Fliegen besser nicht, mit denen wir es durchaus zu tun haben. Aber wer damit Probleme hat, spielt wohl auch nicht mit dem Gedanken, diesen Beruf zu ergreifen.

 

Schädlingsbekämpfung – Ausbildung mit IHK-Abschluss

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass Schädlinge fast überall vorkommen. Vom Garten bis ins Haus, in Büroräumen, Restaurants und ebenso in Supermärkten, Gewerbebetrieben und in Industriebetrieben sowie in landwirtschaftlichen Betrieben finden wir Ratten, Schaben, Fliegen, Wespen und weiteres. Entsprechend breit ist unser Einsatzgebiet.

Schädlingsbekämpfer ist in Deutschland ein Ausbildungsberuf. In drei Jahren Ausbildungszeit wird alles vermittelt, was es über Ratten, Mäuse, Schaben, Kakerlaken und Milben zu wissen gibt. Mindestens einen qualifizierten Hauptschulabschluss sollte der oder die Auszubildende mitbringen. Einen Ausbildungsplatz zu finden, ist nicht unbedingt schwer, denn in der Branche fehlt es massiv an Nachwuchs. Das Handwerk selbst erlernen die Azubis im Betrieb, das theoretische Wissen wird in der Berufsschule vermittelt. Das Gehalt variiert je nach Betrieb, eine einheitliche Regelung gibt es nicht. Zwischen 500,- und 800,- Euro beträgt die Ausbildungsvergütung in der Regel in den drei Lehrjahren. Nach Abschluss der Ausbildung können Einsteiger mit einem Gehalt von 1.500,- bis 2.000,- Euro rechnen.

Auszubildende lernen, um welche Schädlinge, Lästlinge und Nützlinge es im Einzelnen geht. Anhand der Spuren, der Hinterlassenschaften oder toter Exemplare können die Übeltäter ermittelt werden. Auch die beste Vorgehensweise gegen die unterschiedlichen Schädlinge will gelernt sein. Für die über 100 verschiedenen Schädlinge, die am häufigsten in Deutschland auftreten, gibt es mindestens ebenso viele Möglichkeiten der Bekämpfung. Welche bei welchem Befall am sinnvollsten zur Anwendung kommt, wissen ausgebildete Kammerjäger

Auch im Bereich Biologie und Ökologie sollten sich Schädlingsbekämpfer auskennen. So lassen sich Zusammenhänge besser verstehen und auch vermitteln. Denn erst, wenn klar ist, warum ein Schädling in einem bestimmten Bereich vorkommt, ist es auch möglich, sie effektiv zu bekämpfen und einen erneuten Befall zu verhindern.

Auf den Ton kommt es an – der Umgang mit dem Kunden will gelernt sein

Doch nicht nur der Umgang mit den Schädlingen will gelernt sein, auch die Kundenansprache und -betreuung ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Auf bis zu 15 Einsätze kann ein Schädlingsbekämpfer pro Tag kommen. Gut 30 bis 40 Prozent der Arbeitszeit verbringen Schädlingsbekämpfer im Gespräch mit den Betroffenen, erklären das Vorgehen und empfehlen vorbeugende Maßnahmen.

Dazu zählt die Aufklärung über die Verhaltensweisen von Schädlingen, nicht nur im Privatbereich. Auch in der Gastronomie und in der Lebensmittelindustrie besteht permanenter Schulungs- und Monitoringbedarf. Wie sind Vorräte zu schützen? Warum sollten Mülleimer nicht offen rumstehen? An welchen Orten verkriechen sich Schaben am liebsten? Alles Fragen, auf die ein Schädlingsbekämpfer kompetent Rede und Antwort geben kann.

In der Schädlingsbekämpfung zu arbeiten, ist sicher nichts für sanfte Gemüter. Doch die Mischung aus Kundenkontakt und spannenden Einsätzen sorgt für einen abwechslungsreichen und interessanten Arbeitsalltag. Zudem ist der Job krisensicher, denn Schädlinge wird es immer und überall geben.

Bildquellen: © fotolia.com | Karin & Uwe Annas

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