Wunden und Maden – eklige Vorstellung oder erfolgreiche Zusammenkunft?

Fliegen gelten als Schädlinge und können sogar Krankheiten übertragen. Umso erstaunlicher ist es, dass in der Medizin Fliegenlarven – besser bekannt als Maden – immer öfter Verwendung finden.

Noch erstaunlicher ist dabei, dass die Maden in der Wundversorgung eingesetzt werden. Schon allein der Gedanke daran ist nicht gerade appetitlich, aber die Maden der Goldfliege werden sehr erfolgreich bei schlecht heilenden Wunden angewendet.

Es handelt sich dabei um speziell gezüchtete Maden der Gattung Lucilia Sericata, die unter sterilen Bedingungen gehalten und bei Bedarf an die Klinik oder den behandelnden Arzt verschickt werden.

Vor allem Patienten mit schlecht heilenden Wunden, wie es bei offenen Beinen oder dem diabetischen Fußsyndrom der Fall ist, profitieren von einem Einsatz der Maden. Die Tiere werden entweder in einem Gazebeutel oder als sogenannte Freiläufer in die Wunde gesetzt und diese anschließend leicht abgedeckt. Die Maden verbleiben einige Tage auf der Wunde und ernähren sich in dieser Zeit ausschließlich von bereits abgestorbenem Gewebe. Dabei sondern sie ein antibakterielles und gleichzeitig heilungsförderndes Sekret ab. Das Ergebnis nach ein paar Tagen: Die Wunde ist wie „saubergeputzt“ und der Heilungsprozess kann starten.

Auch wenn der „Ekelfaktor“ hoch ist: Viele Patienten bemerken die Anwesenheit der Maden überhaupt nicht, andere spüren meist nur ein leichtes Kitzeln.

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