Heimchen in der Wohnung – wie kann man die Tiere wieder loswerden?

Kommt das Zirpen nur von draußen, mag es ja noch recht angenehm erscheinen. Macht sich ein Heimchen jedoch im Haus oder in der Wohnung durch lautes Zirpen bemerkbar, ist das nicht nur sehr lästig, sondern kann auch gesundheitliche Folgen haben, nämlich indem die Tiere Lebensmittel verunreinigen. Darüber hinaus können Heimchen weitere Schäden verursachen. 

Wir zeigen Ihnen, welche Probleme die Insekten verursachen und welche Mittel zur Bekämpfung der Heimchen eingesetzt werden können.  

Was genau ist ein Heimchen überhaupt? 

Heimchen werden auch als Hausgrillen bezeichnet und sind mit Grillen und Heuschrecken verwandt. Sie gehören zur Familie der Echten Grillen (lat. Gryllidae). Die Tiere sind an folgenden Merkmalen erkennbar: 

  • gelblich-braun gefärbt mit zwei dunklen Streifen auf dem Kopf
  • Länge bis zu 3 cm 
  • lange Fühler – etwa so lang wie der gesamte Körper des Heimchens 
  • längere Hinterbeine als Vorderbeine 
  • zwei Anhänge am Hinterleib – die sogenannten Cerci 
  • weibliche Heimchen besitzen Legeröhre und sind kleiner als die Männchen

Das Zirpen stammt übrigens nur von den männlichen Heimchen, die damit Weibchen anlocken.  

Typisches Verhalten von Heimchen 

Heimchen sind nachtaktiv und suchen sich im Haus bzw. in der Wohnung ein dunkles, sicheres Versteck, z.B. in Wandrissen, unter Fußleisten oder unter der Fensterbank. In der Regel ist das Zirpen der Männchen der erste Hinweis auf ein Heimchen. Das Geräusch entsteht, indem die Tiere die vorderen Flügel aneinander reiben.  

Heimchen mögen es warm und leicht feucht. Typischerweise sind die Insekten daher in der Küche, im Heizungskeller oder Warmwasseranlagen zu finden. Auch warme Gewächshäuser oder Wintergärten ziehen die Tiere an. 

Hausgrillen sind eigentlich Allesfresser, pflanzliche Nahrung steht jedoch im Fokus. Dabei machen die Tiere auch nicht vor Abfällen oder Nahrungsmitteln halt. 

Warum sind Heimchen in der Wohnung ein Problem? 

Weibliche Heimchen legen oft über 1.000 Eier, aus denen nach acht bis zwölf Wochen die Larven schlüpfen. Die Eier werden in feuchter Erde oder biologischen Abfällen abgelegt. Auch Holzritzen oder Teppiche werden gelegentlich als Ablageort genutzt. Kommen die Insekten mit Lebensmitteln in Kontakt, können sie Krankheitskeime verbreiten. Deshalb zählen Heimchen auch zu den Hygieneschädlingen. 

Außerdem können die Tiere als Materialschädling auftreten, indem sie Möbel, Papier, Bücher, Teppiche, Wände oder Kleidung beschädigen. Allerdings passiert das meist nur bei Massenaufkommen.  

Wie kann man die Heimchen bekämpfen? 

Die einfachste Methode zur Bekämpfung der Heimchen ist das Aufstellen von Klebefallen. Die Fallen enthalten einen Lockstoff und die Tiere bleiben auf der Fläche kleben. Diese Fallen sind auch sehr gut geeignet, um festzustellen, wie stark der Befall ist.  

Alternativ ist der Einsatz von Ködergel möglich, was auch bei der Bekämpfung von Ameisen oder Schaben genutzt wird. Das Gel kann direkt in den Schlupfwinkeln der Tiere ausgebracht werden.  

Als Hausmittel können Sie Honig oder Melasse einsetzen, denn Süßes lockt die Heimchen magisch an. Füllen Sie eine flache Schüssel mit Wasser und geben Sie Melasse oder Honig hinzu. Stellen Sie die Schüssel an dem Ort auf, wo sich die Tiere höchstwahrscheinlich verstecken. Wenn die Heimchen in die Schüssel gesprungen sind, kommen sie nicht von allein wieder heraus und ertrinken. Erneuern Sie regelmäßig die Mischung und entfernen Sie die toten Tiere.  

Sollten Sie einen Massenbefall an Heimchen feststellen, beauftragen Sie besser einen professionellen Schädlingsbekämpfer. 

Zugang der Heimchen zum Haus herausfinden 

Um die Heimchen nachhaltig zu bekämpfen, muss ermittelt werden, wo die Tiere unbemerkt ins Haus gelangen, wo sich ihre Brutstätte befindet und wo sie sich verstecken können. So kommen die Tiere bspw. oft über Kellerfenster ins Gebäude, die dementsprechend mit einem Insektengitter geschützt werden sollten.  

Heißes Wasser ist für die Reinigung der betroffenen Räume meist ausreichend – damit entziehen Sie den Heimchen die Nahrungsgrundlage und beseitigen die Eier. Mit einem Staubsauger mit hoher Leistung können Sie evtl. vorhandene Eier in Teppichen und Ritzen entfernen. Entsorgen Sie gleich im Anschluss den Staubsaugerbeutel. 

Heimchenbefall vorbeugen 

Die beste Methode ist natürlich, die Insekten gar nicht erst ins Haus zu lassen: 

  • Halten Sie Mülleimer immer gut verschlossen, denn der Müllgeruch lockt die Tiere an. 
  • Legen Sie den Kompost möglichst weit entfernt vom Haus an.  
  • Befreien Sie Regenrinnen von Abfällen und Pflanzenresten. 
  • Vermeiden Sie draußen unnötige zusätzliche Beleuchtung

 

Bildquelle: Adobe Stock – Rüdiger Hirsemann

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