Florfliegen im Haus – wichtiges Winterasyl für die geflügelten Gäste

Etwas mehr als einen Zentimeter lang, zarte Flügel und Fühler sowie große, runde Augen – bestimmt haben Sie auch in Ihrer Wohnung, im Haus oder in der Garage schon einmal Florfliegen entdeckt. Die Insekten benötigen einen frostfreien Überwinterungsplatz und sind daher je nach Witterung ab ca. Oktober auch drinnen anzutreffen.

Warum Florfliegen in der Wohnung kein Problem sind und welchen hohen Stellenwert die Nützlinge haben, zeigen wir Ihnen im aktuellen Beitrag.

Die Florfliege – ein Steckbrief
  • lat. Chrysoperla carnea
  • weltweit gibt es ca. 1.400 Florfliegen-Arten, in Mitteleuropa ca. 35 Arten
  • in Deutschland am häufigsten vertreten: die Gemeine Florfliege
  • weitere Bezeichnungen: Goldfliege oder Goldauge (aufgrund der auffälligen großen, runden, leuchtenden Augen)
  • 1 bis 1,5 cm lang
  • im Herbst ändert sich die grüne Körperfarbe hin zu einem hellen Braunton
  • erwachsene Tiere ernähren sich vor allem von Pollen und Nektar, die Larven sind räuberisch und vertilgen vor allem Blattläuse

Bedeutung der Florfliege als Nützling

Neben Marienkäferlarven sind Florfliegenlarven die wichtigsten Blattlausvertilger. Die länglichen, hellbraunen, bis ca. 5 Millimeter langen Larven vertilgen bis zur Verpuppung ca. 500 Blattläuse. Sie werden daher auch als Blattlauslöwen bezeichnet. Mit ihren zangenartigen Mundwerkzeugen schnappen sie sich die Läuse und saugen sie aus. Neben Blattläusen werden auch andere Ungeziefer vertilgt, z.B. Thripse, Schmierläuse und Spinnmilben.

Die erwachsenen Tiere legen ihre Eier meist in der Nähe von Blattlauskolonien ab, entweder einzeln oder in Grüppchen. Die Eier hängen an einem dünnen Faden an der Blattunterseite. Pro Jahr gibt es meist zwei Florfliegen-Generationen.

Frostfreies Winterquartier gesucht und gefunden

Im Normalfall liegt die Lebenserwartung einer Florfliege nur bei ca. 2 bis drei Monaten. Überwinternde Tiere können jedoch auch bis zu einem Jahr oder sogar älter werden. Für die Überwinterung ist ein frostfreier Platz erforderlich. Meist suchen sich die Tiere diesen Ort in Ritzen oder Spalten im Freien, aber auch Scheunen, Keller, Dachböden, Lauben oder eben die Wohnung werden als Winterquartier gewählt.

Dort verfallen sie in eine Kältestarre. Deshalb sind Florfliegen in der Wohnung in der Regel auch nur in kälteren Räumen anzutreffen, z.B. im Schlafzimmer. Werden die Nützlinge durch Licht geweckt, schwirren sie lediglich eine Weile umher, verkriechen sich aber schnell wieder, z.B. hinter Bildern, Gardinen oder Jalousien.

Wenn Sie eine Florfliege in einem kühlen, ungeheizten Raum entdecken, lassen Sie sie einfach in Ruhe. Sie richtet keinerlei Schaden an und gelangt im Frühjahr von allein wieder ins Freie – durch Türen oder Fenster. Entdecken Sie eine Florfliege im Herbst oder Winter in einem beheizten Raum, dann können Sie sie vorsichtig einfangen und in einen kühleren Raum bringen.

 

Bildquelle: Adobe Stock – Ernie Cooper

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