Die giftigsten Tiere Deutschlands

So richtig gefährlich ist die Fauna in unserem Land eigentlich nicht. Von hochgiftigen Schlangen, jagenden Raubtieren oder gefährlichen Spinnenarten sind wir in unseren Breitengraden weitgehend verschont. Doch es gibt einige Tiere, bei denen sollten Sie etwas genauer hinschauen. Besonders Allergiker und Personen mit geschwächtem Immunsystem können durch den Schock, den ein Biss oder Stich auslöst, schnell einen Anfall erleiden. Aber vor welchen Tieren sollte man sich in Deutschland denn nun besonders in Acht nehmen?

Klein, aber oho!

Kreuzspinne – Die kleinen Spinnen mit der auffälligen Markierung auf dem Rücken finden sich auf der ganzen Welt. In Deutschland ist am häufigsten die Unterart der Gartenkreuzspinne vertreten. Die Tiere erreichen Körpermaße von bis zu 18 Millimetern und zählen damit zu den größten Spinnentieren Europas. In den gewebten Netzen verfangen sich in der Regel kleinere Insekten – aber auch Bienen, Wespen und Schmetterlingen stehen auf ihrem Speiseplan. Die Beute wird gebissen und eingesponnen, um als Vorrat zu dienen. Das Gift zersetzt dabei die Innereien der gefangenen Tiere und verdaut diese vor. Mit ihren kurzen Giftzähnen gelingt es den Spinnen eigentlich nicht, normale Haut eines Menschen zu durchdringen. Es kann jedoch vorkommen, dass ein Biss bei besonders dünner Haut bemerkt wird. Der Biss ist zwar schmerzhaft, ansonsten nicht gefährlich.

Ammen-Dornfingerspinne – Trotz ihres recht umfangreichen Verbreitungsgebietes ist über die Ammen-Dornfingerspinne erstaunlich wenig bekannt. Von Süden kommend finden sich einzelne Exemplare und kleinere Gruppen im gesamten Bundesgebiet und sogar bis in den Süden Schwedens hinein. Dennoch ist weder über ihr Jagdverhalten noch über ihre Beute etwas bekannt. Ein Biss dieser Spinnenart kann die Haut eines Menschen durchdringen und verursacht Schmerzen, die in etwa mit dem eines Wespenstiches zu vergleichen sind. Auch ein Ausbreiten auf die betroffenen Gliedmaßen wurde schon festgestellt. Nach etwa einem Tag sind die Symptome in der Regel wieder verschwunden.

Aspisviper – Einzig im südlichen Schwarzwald kommen Aspisvipern in Deutschland vor. Ihre angestammte Heimat ist normalerweise etwas wärmer und erstreckt sich von der iberischen Halbinsel über Südfrankreich und Italien bis an die Adria. Auf ihrem Speiseplan stehen kleine Säugetiere, Echsen und Vögel. In Kontakt mit Menschen kommt sie eigentlich nur durch Unfälle, meist bei der Verteidigung des Nestes. Dem Biss geht in der Regel ein deutliches Abwehrverhalten voraus. Das injizierte Neurotoxin verursacht starke Schwellungen, Schmerzen und kann auch Atemnot und Herzbeschwerden zur Folge haben. In Deutschland ist jedoch bislang nur ein tödlicher Unfall aus den 50er Jahren dokumentiert.

Wespen, Bienen und Hornissen – Egal, was in diesem Sommer auf dem Plan steht, die gelbschwarzen Begleiter lassen nie lange auf sich warten. Viele Menschen geraten schnell in Panik und versuchen die Tiere, wild mit den Armen schlagend, zu vertreiben. Das weit verbreitete Gerücht, dass die Tiere aggressiv seien, trägt viel zur Unruhe bei. Dabei stechen sie eigentlich nur, wenn sie sich bedroht fühlen oder Gefahr für ihre Nester und Stöcke droht. Der Stich selbst ist dabei für die meisten Menschen ungefährlich, kann jedoch recht schmerzhaft sein. Um die Einstichstelle rötet sich die Haut und schwillt an. Allergiker können allerdings recht heftig reagieren. Atemnot, Fieber und ähnliche Begleitsymptome sind die Folge. Im Falle eines anaphylaktischen Schocks müssen sofort entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Spitzmaus – Eigentlich unglaublich, aber Spitzmäuse sind giftig! Das kleine Tier, das rein biologisch nicht zu den Mäusen, sondern zu den Insektenfressern gehört, zählt zu den wenigen Säugetieren, die Giftdrüsen haben. Spitzmäuse ernähren sich überwiegend von Insekten und deren Larven, ihr Gift versetzt sie jedoch in die Lage, auch Wühlmäuse, Frösche und kleine Schlangen zu erlegen. Für den Menschen ist der Biss nicht tödlich, kann jedoch erhebliche Schmerzen verursachen.

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