Asiatischer Marienkäfer: Nützling oder Schädling?

Er ist hungriger, aggressiver und insgesamt konkurrenzfähiger als einheimische Marienkäferarten. Der Asiatische Marienkäfer, auch als Harlekin-Marienkäfer oder vielfarbiger Marienkäfer bezeichnet, hat sich schon lange bei uns etabliert und steht im Verdacht, die heimischen Arten zu verdrängen. Außerdem kann er auch anderen Nützlingen gefährlich werden, sofern Mangel an Blattläusen herrscht. Ist der Asiatische Marienkäfer also noch ein Nützling oder doch schon ein Schädling?

Wie erkennt man den Asiatischen Marienkäfer?

In Deutschland gibt es rund 70 Marienkäferarten. Zu den häufigsten gehören der 7-Punkt- und der 2-Punkt-Marienkäfer. Neben roten Exemplaren sind auch gelbe und bräunliche Marienkäfer bei uns anzutreffen. Trotz dieser Vielfalt ist der Asiatische Marienkäfer (lat.: Harmonia axyridis) recht gut von den heimischen Arten zu unterscheiden.

Der Asiatische Marienkäfer sieht folgendermaßen aus:

  • orange bis dunkelrote Färbung mit bis zu 19 schwarzen Punkten
  • Punkte können auch verblasst sein oder ganz fehlen
  • auch Varianten mit schwarzen Flügeldecken und 2 oder 4 großen roten Punkten sind möglich
  • M-förmige Zeichnung auf dem Kopfschild

Heimische Marienkäfer vertilgen rund 50 Blattläuse pro Tag, der asiatische Vertreter hingegen bis zu 250. Außerdem vermehrt er sich schneller als die heimischen Arten.

Perfekte Überlebensstrategie

Der Asiatische Marienkäfer behauptet sich nicht nur, weil er sehr gefräßig ist, er besitzt auch ein sehr gutes Immunsystem mit über 50 verschiedenen Eiweißverbindungen. Daher ist der Käfer viel weniger anfällig für Krankheitserreger als die einheimischen Arten. Außerdem wurden in den Käfern Harmonin nachgewiesen – eine antimikrobiell wirkende Substanz.

Ergänzt wird die Überlebensstrategie des Asiatischen Marienkäfers durch winzig kleine Sporen eines parasitären Einzellers.  Sie stellen für den Käfer keine Gefahr dar, für die einheimischen Arten aber schon. Denn wenn 7-Punkt-Käfer und Co. Larven des Asiatischen Marienkäfers fressen, breiten sich bei ihnen die Sporen mit tödlichen Folgen aus.

Verbreitung des Asiatischen Marienkäfers wurde aktiv unterstützt

Der Käfer wurde in den 80er Jahren in großen Mengen importiert, um ihn für die biologische Schädlingsbekämpfung einzusetzen. Immerhin besitzt der Käfer einen immensen Blattlaushunger. 1988 tauchten in den USA die ersten Tiere im Freiland auf, um die Jahrtausendwende erreichte der Asiatische Marienkäfer Europa, wo er sich seitdem stark vermehrt.

Mittlerweile tritt der Asiatische Marienkäfer fast in ganz Deutschland häufiger als die heimische Art auf und seine starke Ausbreitung ist nicht mehr aufzuhalten.

Problematisch ist bei diesem Marienkäfer auch, dass sich ausgewachsene Tiere auch gern an reifem Obst bedienen, was in den USA im Weinanbau bereits Probleme verursacht. Die Käfer, die bei der Lese nicht herunterfallen, scheiden bei der Mostbereitung eine bittere Substanz ab, die den Geschmack des Weins negativ beeinflusst.

Fazit:

Durch die großen Mengen an Blattläusen, die der Asiatische Marienkäfer täglich vertilgt, ist er auf jeden Fall ein Nützling. In Hinblick auf die Konkurrenz mit den heimischen Marienkäferarten kann der Käfer aber durchaus als Schädling betrachtet werden, weil er auch deren Larven frisst und überdies auch vor Gallmücken- oder Schmetterlingslarven keinen Halt macht.

Bildquelle: Adobe Stock – Antony Cooper

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