Steinmarder

Die Familie dieser kleinen Landraubtiere (marderartige) umfaßt zahlreiche Arten. In dieser Gruppe sind so prominente Vertreter wie Wiesel, Iltis und Dachs vertreten, doch noch in jüngerer Vergangenheit erfolgte, z. T. übertrieben starke Jagden auf marderartige und die sich fortlaufend verschlechternden Umweltbedingungen, sind viele diese Tiere heute stark dezimiert und stehen unter strengstem Naturschutz. Lediglich so robuste Arten wie Iltis und Steinmarder konnten sich an die raschen Umweltveränderungen anpassen.

Dieser Anpassung geht beim Steinmarder zwischenzeitlich leider so weit, dass er sich außerordentlich schnell vermehrt, für Menschen zu einer permanenten, teuren Belästigung und, durch sein biologisch bedingtes verhalten, auch gefährlich werden kann. Er zieht sich bevorzugt in Gebäude zurück, in dessen direktem Umfeld zumeist seine Futterquellen liegen. Ein weitgehend gleichbleibendes Klima ist vorteilhaft, jedoch nicht zwingend erforderlich. Eine geringe Beunruhigung seiner Lebensräume schätzt der Marder sehr, Lärm und sich stets wiederholende Bewegungsabläufe jedoch stören diese Tiere nicht. Marder sind sehr gewandte Räuber, gelten als ausgesprochen intelligent, lernen rasch und sind enorm anpassungsfähig.

Steinmarder werden im Durchschnitt bis 55 cm lang. Sie sind vornehmlich Fleischfresser, wobei die Beutetiere ihre eigene Größe um ein vielfaches übertreffen können. Beutetiere werden im ganzen oder aber zerlegt in die Aufenthaltsbereiche eingeschleppt. Marder sind Dämmerungs- und (überwiegend) nachtaktive Tiere. Ähnlich wie Mäuse und Ratten vermögen Steinmarder sich durch kleinste Öffnungen zu zwängen. Als ausgezeichnete Kletterer können sie selbst kaminartige Hohlräume, Backstein- oder raue Betonwände hinauf- oder hinabklettern. Holzfassaden, grobe Putze, Rankenpflanzen oder Baum- / Buschbestand in unmittelbarer Fassadennähe kommen ihrer Kletterkunst besonders entgegen. Leicht begehbare Öffnungen betrachtet der Marder als Einladung für dauerhaftes Verweilen. Bekannt ist, dass Marder zumeist mit Gebäuden in Kontakt kommen, die zuvor bereits massiv von Mäusen und / oder Ratten befallen / markiert wurden (Beutetiere).

Ihre Reviere markieren diese Tiere mit Hilfe eines enorm übelriechenden Sekrets und durch häufiges Urinieren (besondere Salmonellengefahr, enorme, zunehmende Geruchsbelästigung). An den Geruchsspuren orientieren sie sich während Ihrer zumeist nächtlichen Streifzüge. Bei zunehmender Befallstätigkeit entstehen hierdurch deutliche “Marken” für Konkurrenten.

Diese Marken folgen häufig auch revier- bzw. verbandsfremde Tiere, um sich in der Folge im oder am (ausreichend großen) Gebäude ebenfalls ein neues Domizil zu suchen. Nicht selten hausen im gleichen Anwesen mehrere Tiere. Die Paarungszeit fällt in die Monate April / Mai bis August, seltener in spätere Monate. Steinmarder teilen keine Ruheplätze miteinander, höchstens der Rüde und die Fähe oder Jungtiere im ersten Halbjahr nach der Geburt. NAch der Abtrennung vom Familienverband verlassen männliche Steinmarder ab dennoch höchst selten ihr erkämpftes- oder in ein solches hineingeborenes Revier und versuchen schon bald, eigene Familien zu gründen. Lediglich bei Rangkämpfen suchen unterlegene Rüden im weiteren Umfeld neue Behausungen und Bereiche. Nach erfolgten Vergrämungen versuchen Marder häufig und über längere Zeiträume hinweg immer wieder, in das angestammte Revier (Gebäude) zurückzukehren. Unvollständige- bzw. im Umfang zu gerung ermöglichte Vergrämungs- und Dachsicherungsleistungen begünstigen dies.

Die lebhaften Tiere sind ausgesprochen lästig und für die Hygiene ausgesprochen bedenklich. Großen Schaden richten sie häufig durch Kabelfraß an elektrischen Installationen (Kurzschluss / Kabelbrand) an, zerfetzen im Spiel und auf Nistmaterialsuche sämtliche Isolierungen und Abdeckmaterialien, zerstören durch ihre Ausscheidungen Baumaterialien und vertreiben durch den entstandenen, beißenden Geruch nicht selten die Einwohner aus Teilen ihres Gebäudes. Teuer wird häufig auch die Reparatur des KFZ, da Marder eine Vorliebe für Kühl- und Bremsschläuche, Leitungen und Gelenkmanschetten etc. sowie für schalldämmende Isoliermatten in Motorhauben von Autos entdeckt haben / Automarder).

Betritt ein Marder einen Motorraum, hinterläßt er dort Duftmarken. Wird ein solch markiertes Auto in das Revier eines anderen Marders geparkt, so provoziert der nichtsahnende Autofahrer die Wut des dortigen Marders. Dieser geht von einer Verletzung seines Reviers aus und beißt in Ermangelung des Eindringlings in die nächstgelegenen Schläuchen, zerfetzt Isolierungen und entdeckt hierbei gelegentlich den süßlichen Geschmack div. Leitungen, die dann teilweise angefressen werden.